Margit Quells Paralympics Tagebuch 2008

Tägliche Berichte aus Peking.

MyHandicap-Botschafterin Margit Quell war vor Ort in Peking bei den Paralympics und begleitete die Deutsche Delegation. Hier ihre Berichte

17. Sep. 2008

Das ist nun mein Abschlussbericht von den Paralympics in Peking, die ich als Sporttouristin besuchen durfte. Durch die Schreiberei waren zwar meine Nächte kürzer, jedoch hat es mir Freude gemacht, den interessierten Lesern etwas von dem beeindruckenden Leistungssport der Menschen mit einer Behinderung näher zu bringen.

147 Nationen haben zum größten Teil ihre jungen Athleten zum wichtigsten internationalen Wettkampf geschickt. Ich habe tolle Wettkämpfe gesehen, große Freude bei den Gewinnern miterlebt und viele Tränen fließen sehen. Die chinesische Hymne ist 87 mal für einen chinesischen Sieger erklungen. Sie gefällt mir sehr gut, noch besser finde ich, dass nicht nur die Sportler...

16. Sep. 2008

Der heutige Tag brachte für mich eine weitere interessante Begegnung mit dem langjährigen Vorsitzenden des Sportausschusses im Deutschen Bundestag und jetzigem Vorsitzenden des Kuratoriums im Deutschen Behindertensportverband, Friedhelm Julius Beucher.

Er verfolgt seit Jahren als echter Fan die deutschen Behindertensportler und ist deshalb in erster Linie an den Sportstätten zu treffen. Das gefällt mir, denn für wichtige sportpolitische Entscheidungen ist eine gute Kenntnis der Materie unbedingt notwendig.

 

Nachdem das Olympic Green Tennis Center nicht weit vom Olympiapark entfernt ist, wollte ich mir nach vielen Jahren mal wieder Rollstuhltennis anschauen.

Der Aufbau und die...

15. Sep. 2008

Auf unseren paralympischen Pfaden trafen wir heute unter anderem Prof. Dr. Walter Tröger, einen alten Sportfreund von Frau Dr. Krombholz, der ehemaligen Leiterin der Sportlehrerausbildung an der TU München, die mich zu diesen Paralympics nach Peking als Begleitperson mit genommen hat.

Frau Dr. Gertrude Krombholz hat im IPC (Internationales Paralympisches Komitee) 13 Jahre die Position der Entwicklung und Leitung des Rollstuhltanzens bekleidet und ist Trägerin des Paralympischen Ordens. Mit Walter Tröger verbindet sie eine jahrzehntelange Freundschaft aus gemeinsamen Aktivitäten bei Olympischen und Paralympischen Spielen. 

Walter Tröger ist seit Jahrzehnten...

14. Sep. 2008

Am heutigen Sonntag liefen alle Wettkämpfe auf Hochtouren. Viele chinesische Familien nutzten das Wochenende zum Besuch des Olympiaparks und auch aller anderen Sportstätten.

Außerdem feiern die Chinesen an diesem Wochenende und am Montag das herbstliche Mondfest. Es wird traditionell in der Familie mit gutem Essen und dem leckeren Mondkuchen gefeiert. Die Mondküchlein, die meistens mit Nüssen gefüllt sind, gibt es schon seit einigen Tagen. Sie sind ganz wichtig für das Glück der Chinesen.

Ich machte heute einen Besuch in der Fechthalle und traf dort auf das äußerst an den Paralympics interessierte Botschafterehepaar Schäfer mit Sohn Alexander.

Nachwuchsfechter mit...

13. Sep. 2008

Goalball ist eine schnelle, kraftvolle und dynamische Mannschaftssportart für Blinde und Sehbehinderte. Seit 1988 ist Goallball fester Bestandteil der Paralympics.

Gespielt wird auf einem 9m x 18m großen Spielfeld, das mit tastbaren Linien für die Spieler fühlbar gemacht wird. Das Ziel ist es, den 1250 g schweren Klingelball in das gegnerische 9 m breite und 1,30 hohe Tor zu rollen, wobei Geschwindigkeiten von ca 80 km/h erreicht werden. Abgewehrt wird mit der gesamten Körperlänge.

Dabei bleiben die aus drei Spielern und maximal drei Ersatzspielern bestehenden Mannschaften in ihren Spielhälften. Wegen der Chancengleichheit muss jeder Spieler eine Dunkelbrille tragen. Vorher werden...

12. Sep. 2008

Zur olympischen Triathlonanlage ist ein weiter Weg. Trotz freier Fahrt habe ich mit dem Pkw eine Stunde benötigt, um zu den Straßenradwettbewerben am heutigen Tag zu kommen, die an dieser herrlichen Parkanlage rund um einen kleinen See ausgetragen werden. 

Strahlend blauer Himmel wieder über Peking und dazu backofenheiß. Von den bayerischen Handbikern ist mir doch gleich nach der Ankunft ein langjähriger Sportkollege, der Obergünzburger Max Weber vor die Fotolinse gefahren.

Auf der 12,7 km langen Strecke waren drei deutsche Handbiker im Rennen. Gewonnen hat das Rennen mit 22.06.23 Minuten der Ausnahmeathlet aus der Schweiz Heinz Frei, den ich seit meinen letzten erfolgreichen...

11. Sep. 2008

Mit einem normalen Taxi fuhr ich heute, wieder bei strahlend blauem Himmel, zum Platz des Himmlischen Friedens, dem größten Platz der Welt.

Im Hotel habe ich mir erstmal das Wort “Taxi” in chinesischen Buchstaben aufschreiben lassen und auch den Ort, an dem ich mich verabredet habe. Vor dem Swissotel ist es kein Problem ein Taxi zu bekommen. Ich bat einen freundlichen Helfer mittels Zettel mit dem chinesischem Wort Taxi darauf, mir ein Fahrzeug anzuhalten.

Für 3 Euro ging es dann im Stau in die Innenstadt.

Der Platz ist für die Paralympics herrlich mit Blumen geschmückt und war heute voller Menschen. Zu den Einheimischen, von denen immer noch viele im Zwangsurlaub sind, gesellte...

10. Sep. 2008

Peking und strahlend blauer Himmel den ganzen Tag,  was für eine Seltenheit.

Mein Weg führte mich heute zum Universitätsgymnasium zum Tischtennis. In der Sporthalle sind acht Spielfelder aufgebaut. Sie ist sehr funktional und absolut barrierefrei. Sporthallen mit diesem Raumangebot und Ausstattung kenne ich bei uns gar nicht.

Es ging für einige deutsche Spieler und Spielerinnen in die 2. Runde. Die Zuschauerränge waren voll und dementsprechend die Stimmung, insbesondere wenn einheimische Spieler am Tisch waren.

Bewundernswert für mich ist immer wieder Daniel Arnold mit seiner Nervenstärke. Er gewann sein Spiel im 4. Satz, ebenso sein Teamkollege Jochen Wollmert aus Solingen....

09. Sep. 2008

Heute Morgen war der sonst trübe Himmel über Peking noch trüber und dazu feucht.

Mit dem Paralympic-Fahrdienst fuhr ich zum Vogelnest, genauer gesagt zum Eingang in den VIP-Bereich. Ich staunte nicht schlecht, als es noch auf der großen Zufahrtsstraße in den Untergrund ging. Da schein ja das gesamte Olympiagelände untertunnelt zu sein.

Der gesamte Zubringerdienst für die Athleten und den Ehrengastbereich spielt sich in verschiedenen Untergeschossen ab. Überblickt habe ich das nicht. Mein Wagen hielt jedenfalls vor dem roten Plüschteppich und den golden glänzenden Spiegelwänden.

Auf den tiefen Teppichflor freue ich mich immer wieder. Das ist dann die fahrerische...

08. Sep. 2008

Ich bin soeben, es war gegen 21.00 Uhr Ortszeit, vom National Indoor Stadium, in dem Rollstuhlbasketball ausgetragen wird, zurück ins Hotel gefahren, voll von Impressionen eines aufregenden Tages.

Eine Vielfalt von bunten Lichtern an Gebäuden und in Grünanlagen zaubert diese besondere Stimmung in den Olympiapark und entlang der Straßen, die tagsüber durch die dunkelgrauen Hallen und eintönig gepflasterten Großflächen nicht vorhanden ist.

Dazu gehört auch das Vogelnest und das Aquacenter, die nur bei Nacht in bunter Schönheit erstrahlen. Tagsüber taucht auch der offensichtlich ständig vorhandene Dunst das graue Ensemble noch mehr ins farblose.

Stellt man sich einmal im Jahr...